Wanderung von Stallwang auf den Gallner

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Der Gallner liegt im Süden des lieblichen Bayerwaldes

Der dreigipfelige Gallner am Goldsteig zählt zu den beliebten Ausflugsbergen des Vorderen Bayerischen Waldes, Papst Sixtus verbrachte hier mit großartiger Aussicht seine Kindheit. Die Gottesdienste in der Gallnerkirche mit anschließendem Bergfest ziehen bis zu 1000 Wanderer an.

Schwierigkeit: Leichte Tour
Gehzeit: 3:15 Std.
Länge: 11,2 km
Wegbeschaffenheit: Fast durchgehend bequeme Forst- und Landwirtschaftswege
Ausgangspunkt: Stallwanger Festplatz (357 m)
Anfahrt: Regionalbus Ostbayern Linie Straubing Bahnhof–Stallwang Stadtmitte–Cham Bahnhof; A 3 Passau–Regensburg bis Straubing und auf der B 20 Richtung Cham bis zur Ausschilderung nach Stallwang

Auf den Stallwanger Rundwanderweg 4

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Wanderkarte zur Runde über den Gallner im Bayerischen Wald

Der Stallwanger Rundwanderweg 4 und der mit der Muschel markierte Ostbayerische Jakobsweg verlassen den Stallwanger Festplatz A südwärts auf dem ansteigenden Fehlburger Weg mit schönem Blick auf den Ort, der überragt wird von der Michaelskirche mit der Zwiebelhaube auf einer Kuppe über dem Dorfplatz. Der Fehlburger Weg führt hinauf nach Stubenhof 1 (0:20 Std.), wo der Goldsteig einmündet, in den Wald eintaucht und in Serpentinen zur Sixtuskirche 2 (0:50 Std.) auf dem aussichtsreichen Gallner beim gleichnamigen Einödhof führt. Das im Kern uralte Gallnerkircherl wird schon im Jahr 1490 erstmals erwähnt, damals verliehen ihm vier italienische Bischöfe Ablasskraft:

Da böse Taten böse Folgen zeitigen, wurden diese Folgen all denen erlassen, die reuevollen Herzens zum Kirchlein auf dem Gallner pilgerten. Das Wort Gallner bedeutet Zuchtstierweide: Am 1. Mai wurde das Jung- oder Galtvieh in einem festlichen Umzug auf die Bergweide getrieben und blieb dort bis zum Eintritt der kalten Herbstwitterung. Dass das Kirchlein schon im Jahr 1490 in Italien so bekannt war, setzt ein hohes Alter und eine schon damals überregionale Wertschätzung voraus, weshalb Forscher davon ausgehen, dass der Gallner in vorchristlicher Zeit ein keltisches Höhenheiligtum trug. Auch die Legende vom Papst Sixtus, der hier seine Kindheit verbracht und mit seinem Hammer ein Zeichen in den Fels geschlagen habe, wird mit der alten Keltenzeit in Zusammenhang gebracht. 1809 wurde die Gallnerkirche während der napoleonischen Kriege im Rahmen der Aufklärung vom Staat aufgehoben, enteignet und an den Gallnerbauern Lorenz Lehner verkauft mit der Auflage, dass er die gotische Kirche zum Schafstall umbauen müsse. Die Bevölkerung empörte sich gegen diese obrigkeitsstaatliche Aufklärung und sorgte friedlich dafür, dass die alte Kirche 1853 wieder als Kirche geweiht wurde.

Seither finden wieder die Berggottesdienste statt, verbunden mit Bergfesten: Wenn mehr Menschen kommen, als das Kirchlein fassen kann, wird der Gottesdienst mit Lautsprechern auf die Bergwiese übertragen, dort kann man gleichzeitig den Gesängen und der Predigt lauschen und wie der Papst Sixtus als Knabe in die göttlich schöne Landschaft des Bayerischen Waldes hinausblicken.

Von der Gallnerkirche zum Landgasthof Schedlbauer

Die Gallnerkiche steht im Hang des Gallnerbergs, des Hauptgipfels des dreigipfeligen Höhenrückens; der Goldsteig führt über diesen Hauptgipfel, leitet im Wald an der Kühleite, dem mittleren Gipfel, vorbei und kurvt vor dem Ostgipfel Blumern – auch Blumenberg genannt – links hinab nach Denkzell 3 (1:45 Std.), wo der Landgasthof Schedlbauer zur Einkehr einlädt. Der traditionell geführte Betrieb vermarktet die eigenen Erzeugnisse auch im Hofladen, in dem dem leiblichen Wohle zugeneigte Wanderer eine Auswahl vorfinden, die das Wasser im Munde zusammenlaufen lässt: Der Ablass vom Gallnerkircherl wirkt schon in Denkzell.

Von Denkzell geht es durch die Wiesen westwärts zum Höllhof 4 (1:55 Std.), wo wieder die Ziffer 4 des Stallwanger Rundwanderwegs auftaucht: Sie leitet im Wald hinüber nach Landorf 5 (2:20 Std.), wo der Joglwirt mit Kaffee, Kuchen und deftiger Brotzeit für eine weitere Stärkung sorgt, ehe die 4 am Kandelbach entlang nach Grub 6 (2:40 Std.) führt. Im Wechsel aus aussichtsreichen Wiesen und artenreichen Wäldern erfolgt der Schlussspurt längs des Kandelbachs zum Ausgangspunkt in Stallwang E (3:15 Std.).

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Höhenprofil der Wanderung auf den Gallner

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